Karben/Wetteraukreis. Konkrete Verbesserungsvorschläge, aber grundsätzlich viel Zufriedenheit: Beim Besuch im Johanniter-Stift Karben sah sich CDU-Bundestagskandidat Armin Häuser mit nachvollziehbaren Forderungen an die Politik konfrontiert, vor allem aber auch mit Mitarbeiter*innen, die ihre verantwortungsvolle Aufgabe mit Herzblut und Leidenschaft ausführen und sich – allen Problemen zum Trotz – keinen anderen Beruf vorstellen können.

Begleitet von den CDU-Kreistagsabgeordneten Barbara Heinz (stv. Fraktionsvorsitzende) und Ingrid Lenz (Vorsitzende des Ausschusses für Jugend, Soziales, Familie, Gesundheit und Gleichstellung), der Vorsitzenden der Frauen-Union Wetterau, Beatrice Schenk-Motzko, und Roswitha Nadel, ließ sich Häuser von Einrichtungsleiterin Elisabeth Amon durch die Anlage führen, die Ende des Jahres auf ihr zehnjähriges Bestehen wird zurückblicken können.

70 Mitarbeiterinnen versorgen die 105 Bewohnerinnen, von denen einige das Angebot der Kurzzeitpflege wahrnehmen. Wie die Einzelzimmer sind auch die elf Zwei- und zwei Drei-Zimmer-Wohnungen des Stifts durchweg belegt, eine Warteliste wird geführt. Das Angebot ist modular aufgebaut. Die Wohnungsreinigung ist fester Bestandteil des Grundpreises, alle weiteren Komponenten können bedarfsweise zugebucht werden. Medizinisch betreut werden die Senior*innen in der Regel von ihren Hausärzten, die ins Stift kommen.

Gegen den bundesweit beklagten Fachkräftemangel wendet sich das Stift in seiner Eigenschaft als Ausbildungsbetrieb. In den letzten beiden Jahren wurden jeweils vier Auszubildende übernommen, in diesem Jahr werden es zwei sein. „Trotz allem reicht das nicht, der Fachkräftemangel ist auch bei uns ein Thema, obwohl wir selbst ausbilden und deshalb keine allzu gravierenden Probleme haben“, erläuterte Amon.

Im Kampf gegen den Fachkräftemangel sieht sie auch die Politik gefordert: „Wir brauchen generell mehr Wertschätzung für die Pflegeberufe durch bessere Bezahlung und bessere Rahmenbedingungen. Passiert nichts, waren die anerkennenden Worte während der Pandemie nur Strohfeuer.“ Sie setzt sich auch dafür ein, mehr Zutrauen in die Kompetenz der Pflegekräfte zu setzen, beispielsweise bei Wundversorgungen und Verbänden, die bislang – außer im akuten Notfall – nur auf Anordnung eines Arztes vorgenommen werden dürften. „Das könnten gut ausgebildete Pflegekräfte sehr gut auch selbstständig, und das würde ihr Selbstwertgefühlt stärken!“, betont sie.

Kein Verständnis zeigte Amon sowohl für das Fehlen von Masken und Desinfektionsmitteln während der ersten Corona-Welle als auch vor allem für das exorbitante Ansteigen der Preise: „Dies hätte die Politik verhindern müssen, denn es kann nicht sein, dass sich einige wenige an einer Notlage bereichern!“, ist sie überzeugt. Inzwischen sind alle Bewohner*innen zweimal geimpft. Dies mache ein halbwegs normales Leben mit Besuchen wieder möglich, worüber insbesondere die Angehörigen sehr erfreut seien.

Armin Häuser zeigte sich beeindruckt vom offenkundigen Engagement der Mitarbeiter*innen und der spürbar ansprechenden Atmosphäre des Gebäudes. „Spätestens seit Corona sollte die breite Öffentlichkeit verstanden haben, wieviel Sicherheit Pflegekräfte den Menschen geben, die am Ende ihres Lebens Unterstützung benötigen, und wieviel Kraft das kostet. Ich begrüße die Eckpunkte zur Stärkung der Pflege, die jetzt von der CDU-geführten Bundesregierung beschlossen wurden: bessere Bezahlung für Pflegekräfte, Entlastung Pflegebedürftiger und Stärkung der Pflegeversicherung. Wir brauchen aber weitere Verbesserungen, vor allem eine umfassende Reform der Pflegeversicherung, um den wachsenden Herausforderungen des demographischen Wandels zu begegnen“, erklärte Häuser.

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